Wände verschönern

Tapezieren oder streichen: Wie Sie die richtige Entscheidung treffen 

Tapezieren oder Streichen? Jede der beiden Optionen hat ihre Vor- und Nachteile. Wir erläutern Ihnen, was Sie beachten müssen und wie Sie eine Entscheidung treffen, die womöglich viel Zeit und Geld spart.

Tapezieren oder streichen: Grundsätzliche Überlegungen

Um bei einer Entscheidung zwischen Tapezieren oder Streichen richtig zu wählen, sollten Sie vorab einige Überlegungen anstellen. Denn es macht einen Unterschied, ob Sie Neubauwände streichen oder tapezieren oder ältere Wände renovieren. Schließlich sind im ersten Fall die Wände noch glatt und ohne Makel, im zweiten gibt es unter Umständen Beschädigungen wie Risse oder Löcher, um die Sie sich zuerst kümmern müssen.

Auch die Art der Wand und des Raums kann eine Rolle spielen: Wollen Sie eine gerade Wand in einer Küche tapezieren oder streichen? Handelt es sich vielleicht um eine Dachschräge aus Rigips? Oder möchten Sie ein Badezimmer tapezieren oder streichen? Daraus ergeben sich womöglich weitere Fragen: Soll es abwischbare Flächen geben, ist die zu streichende oder zu tapezierende Stelle besonders schwer zu erreichen oder muss der Wandbelag Wasserdampf aushalten?

Auch sollten Sie klären, ob die Wände oder Decken Farb- oder Tapetenrückstände von früher aufweisen. Hinzu kommen ihre persönlichen Vorlieben: Soll es nach dem Streichen oder Tapezieren eine glatte Wand sein oder eine strukturierte Oberfläche? Sind Sie eher der Typ für einfarbig gestrichene Wände oder für Tapeten mit Mustern? Möchten Sie womöglich auch zwischendurch einfach wechseln können, lieben Sie Erlebniswelten?

Allesamt Punkte, die sich beim Tapezieren oder Streichen auf die Kosten, die benötigte Zeit, den Aufwand bei der Verarbeitung sowie auf das visuelle und haptische Ergebnis auswirken. Gehen Sie also zunächst durch alle Räume, die Sie streichen oder tapezieren wollen. Ob Badezimmer oder Küche, Rigips oder Holz, Wand oder Decke: Notieren Sie vor dem Tapezieren oder Streichen Ihre Überlegungen zu diesen Punkten:

  • Art und Beschaffenheit der Oberfläche (Holz, Beton, Rigips, glatt, rissig, neu, alt etc.)
  • Eventuell vorhandene Farb- oder Tapetenrückstände
  • Benötigte Eigenschaften nach dem Streichen oder Tapezieren (abriebfest, mit Struktur, wasserabweisend etc.)
  • Individuelle Vorlieben bei Optik oder Material

So erhalten Sie am Ende eine Liste mit Punkten, die entweder fürs Streichen oder fürs Tapezieren sprechen – je nach Vor- und Nachteilen, die die jeweilige Lösung mit sich bringt.

Streichen: Das sind die Vor- und Nachteile

Das Streichen von Wänden und Decken hat einige Vorteile:

  • Einfach umzusetzen und bei Bedarf mehrfach wiederholbar
  • Kostengünstig
  • Bei glatten Wandoberflächen optisch ansprechender, „puristischer“ Look
  • Große Auswahl bei Farben und Oberflächeneffekten
  • Gut zu veredeln mit Ornamenten oder grafischen Elementen

Gerade wenn Sie sich zwischen Tapezieren oder Streichen entscheiden müssen: Sie sollten auch diese Nachteile im Auge behalten, die das Streichen mit sich bringen kann:

  • Viel Vorarbeit nötig bei rissigen oder beschädigten Flächen (Wände mit Unebenheiten, Löchern oder Rissen sollten Sie vor dem Anstrich dringend mit einem dafür vorgesehenen Material wie dem Metylan Renomur Renospachtel vorbereiten)
  • Komplizierte Muster oder gar fotorealistische Bilder schwer umsetzbar
  • Wenn Sie hell streichen wollen, sind bei dunklen Wänden häufig mehrere Anstriche nötig
  • Auf mehrere Farbschichten kann nicht tapeziert oder gestrichen werden, das Entfernen alter Farbschichten ist aufwändig und anstrengend
  • Streichen Sie alte Tapeten, können sich einzelne Bereiche oder die gesamte Tapete lösen, je nach Beschaffenheit

Tapezieren: Diese Argumente sprechen dafür und dagegen

Ob Streichen oder Tapezieren geringere Kosten verursacht, kann nicht pauschal beantwortet werden. Es hängt von den jeweiligen Gegebenheiten und Ihren persönlichen Wünschen ab. Auch das Tapezieren hat Vorteile, die Sie kennen sollten:

  • Tapezieren ist mit der Zeit immer einfacher geworden, viele moderne Materialien lassen sich gut verarbeiten und machen es leicht, Ungenauigkeiten beim Tapezieren wieder zu korrigieren
  • Zeitersparnis bei der Verarbeitung, da Tapetenbahnen schnell auf große Flächen angebracht werden können (gilt vor allem für Räume, die kaum Winkel oder Nischen aufweisen)
  • Auch bei Beschädigungen oder kleinen Unebenheiten je nach Tapetenart perfekte optische Ergebnisse. Ob Unebenheiten oder nicht: Verwenden Sie am besten stets eine für Tapeten geeignete Grundierung, z. B. die Metylan Universal Grundierung, um den Untergrund ideal zu festigen und die Saugfähigkeit zu regulieren
  • Viele Möglichkeiten bei Optik und Gestaltung (Muster, fotorealistische Motive, Strukturen)
  • Je nach Wahl der Tapete auch kostengünstig möglich
  • Qualitätsvliestapeten lassen sich einfach trocken wieder von der Wand ziehen, ein Neu-Tapezieren ist sofort möglich

Doch auch bei Neubauwänden oder nach dem Renovieren ist es nicht unbedingt besser zu tapezieren als zu streichen. Diese Nachteile sollten Sie kennen:

  • Der Untergrund muss einigermaßen glatt und gleichmäßig sein, ansonsten ist Abschleifen oder Verspachteln nötig
  • Viele Tapeten sind nicht abwaschbar – Flecken oder sonstiger Schmutz können nur schwer entfernt werden, deshalb immer auf das Zeichen “wasch-/scherbeständig” achten
  • Tapeten können sich von der Wand lösen (insbesondere dann, wenn sie nicht richtig verklebt wurden; nutzen Sie vor allem einen speziell auf die Tapete abgestimmten Tapetenkleister wie den Metylan Vlies für Vliestapeten)