Wände tapezieren - Vom Einkleistern bis zu Weichzeiten

Das Kleistern der Tapete

Ist der Kleister fertig gequollen ist er bereit für den Auftrag auf die Tapete oder auf die Wand. Die Quellzeit ist von Kleister zu Kleister unterschiedlich und finden Sie auf der Verpackung angegeben. Beim Auftrag ist darauf zu achten den Kleister gleichmäßig und ausreichend dick aufzutragen. Vor allem Ecken und Nahtbereiche dürfen nicht vergessen werden, um später auseinander stehende Tapetenkanten zu vermeiden.

 

  • Das Auftragen des Kleisters auf der Tapetenrückseite

      • Kleistern Sie von der Mitte nach Außen

      • Tragen Sie den Kleister gleichmäßig und ausreichend dick auf.

      • Verteilen Sie den Kleister bis in die Ecken und Nahtbereiche.

Die Tapetenbahn wird mit der Rückseite nach oben auf den Tapeziertisch gelegt. Gekleistert wird von der Mitte nach Aussen. Nehmen sie dazu eine Kleisterbürste oder einen Quast und tragen den Kleister gleichmässig und satt auf die Tapete auf. Vergessen Sie nicht die Ecken und Ränder, denn sind diese nicht gut mit Tapetenkleister benetzt, kann sich die Tapete schnell wieder von der Wand lösen. Einige Bahnen neigen dazu, sich wieder zusammen zu rollen. In diesem Fall werden einfach die Ecken beschwert so kann der Klebstoff gut aufgetragen werden. Gerade beim Kleistern ist sauberes Arbeiten gefragt, denn der Tapeziertisch muss sauber bleiben, damit kein Tapetenkleister auf die Vorderseite der Tapete gelangt.

 

Ein kleiner Tipp: Machen Sie die "Fingerprobe", um zu prüfen, ob der Kleister satt genug aufgetragen wurde. Fahren Sie mit dem Finger über die gekleisterte Fläche. Wenn Sie die Linie gut sehen können, ist ausreichend Kleister aufgetragen worden.

 

  • Weichzeiten von Tapeten

      • Nehmen Sie das Ende der unteren Tapete und schlagen Sie es zu 1/3 ein.

      • Klappen Sie nun das obere Ende zu 2/3 zusammen.

      • Legen Sie die Tapete noch zweimal jeweils in der Mitte zusammen.

Wurde der Kleister gleichmässig aufgetragen, muss die Tapete - außer entsprechende Vliestapete - nun eine gewisse Zeit einweichen. Dabei sollte man die auf der Packung empfohlene Weichzeit genau einhalten und darauf achten, dass alle Tapetenbahnen gleich lang einweichen. Durch die Weichzeit dehnt sich die Tapete in ihren Dimensionen aus.


Um eine optimale Benetzung zu erreichen, wird die eingekleisterte Tapetenbahn zusammen gefaltet. Legen Sie die Tapete so zusammen, dass sie das Ende der unteren Tapete zu 1/3 einschlagen und das obere Ende zu 2/3. Die Kanten sollten bündig aneinander liegen, da die Ränder sonst austrocknen und später nicht an der Wand haften. Streichen Sie Luftbläschen heraus. Nun wird die Bahn aufgerollt oder zieharmonika-artig zusammengelegt. Achten Sie darauf, dass keine harten Knicke entstehen.


Die Weichzeit variiert je nach Tapetenart. Leichte Papiertapeten brauchen oft nur 5 - 10 Minuten, andere etwas länger, je nach Qualität der Tapete. Beachten Sie hierzu noch einmal genau die Angaben auf den Tapeteneinlegern. Die Tapetenhersteller geben dort genau an, wie lange die Weichzeit für Ihre Tapete ist. Haben die einzelnen Bahnen verschiedene Weichzeiten, so können Musterverschiebungen entstehen. Zu langes Einweichen führt dazu, dass die Tapeten zusammen kleben und einreissen, ist die Weichzeit zu kurz, haftet die Tapete nicht.

Der Auftrag auf die Wand

 

Vliestapeten können nicht nur im rückseitigen Kleisterauftrag, sondern auch im Kleisterauftrag auf die Wand, verklebt werden. Der Tapetenkleister, der extra für Vliestapeten konzipiert ist und deren trockene Wiederablösbarkeit unterstützt, ist spritzarm eingestellt so dass er direkt auf die Wand aufgetragen werden kann. 

 

Der Tapetenkleister kann mittels einer Rolle direkt auf die Wand gekleistert werden, wobei bahnenweise eingekleistert wird. Wie beim Auftrag auf den Tapetenrücken ist ein gleichmässiges und sattes Auftragen gefragt. Hier ist besonders der Metylan direct control geeignet, denn er ist beim Auftragen auf die Wand zunächst pink. Die Farbe dient der Auftragskontrolle - so sieht man direkt wo bereits eingekleister wurde. Schon nach kurzer Zeit entfärbt sich der Kleister und wird völlig transparent. Die zugeschnittene Tapetenbahn, die trocken mit der Rückseite nach aussen aufgerollt wurde, kann direkt auf die eingekleisterte Wand angebracht werden.

 

Unser Tipp

Es ist wichtig nur bahnenweise mit einem leichten Überstand zur nächsten Tapetenbahn einzukleistern. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Bereiche der bereits eingekleisterten Fläche abgetrocknet sind und die Tapete nicht richtig hält.

Das Tapeziergerät

Für Vieltapezierer empfiehlt sich die praktische Variante des Kleisterns mit dem Tapeziergerät. Wer sich solches Gerät nicht kaufen möchte, kann es in vielen Baumärkten auch mieten. Der fertig angerührte Kleister speziell für das Tapeziergerät wird in die Kleisterwanne gefüllt. Ein Ende der Tapetenbahn wird in das Gerät eingeführt und durchgezogen. Durch das Ziehen benetzt eine Walze die Rückseite der Tapetenbahn mit Kleister. Über die Abstreifschiene am Gerät lässt sich die Kleisterstärke bestimmen. Auch hier ist darauf zu achten, dass der Klebstoff gleichmässig und satt genug aufgetragen wird.

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Metylan Aktuell

11.07.2011

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