
Was wäre die Welt ohne Farben? Sie wäre grau und trist und man würde sich unwohl fühlen. Grund genug also, sich in seinen vier Wänden mit Farbe auszutoben, denn so wie Farben auf das Gemüt wirken, so wirken sie auch in Räumen. Doch Vorsicht: der Griff in die Farbkiste muss gelernt sein. Damit keine Pannen auftreten, hier ein kleiner Überblick über die Welt der Farben.
Bevor man sich auf Pinsel und Farbe stürzen kann, muss man sich erst einmal für eine Farbe entscheiden. Klar, die einfachste und klassischste Wahl ist weiss, aber das ist bei weitem nicht sehr spannend und kreativ. Um grundlegend festzustellen, welche Farbe man bevorzugt und wie sich Farben zusammen stellen und miteinander mischen lassen, hier eine kleine Einführung in die Grundkenntnisse:
Die Basis bilden drei Grund- oder auch Primärfarben, diese sind Rot, Gelb und Blau. Diese Farben lassen sich nicht durch Mischen herstellen, umgekehrt jedoch schon, d.h. mischt man zwei Grundfarben miteinander, entstehen sogenannte Sekundärfarben. Es entstehen so drei weitere Farben:
Gelb + Rot = Orange
Gelb + Blau = Grün
Rot + Blau = Violett
Diese sechs Farben bilden den Grundstamm. Sie können untereinander wieder gemischt werden und führen so zu immer weiteren Veriationen. Eine Aufhellung einer Farbe erzielt man durch die Zugabe von weisser Farbe, möchte man um eine Nuance abdunkeln, mischt man Schwarz hinzu.
Beispiel:
Rot + Weiß = Rosa
Rosa + Schwarz = Burgunderrot
Grundsätzlich gilt: helle Farben lassen den Raum grösser wirken und erzeugen eine frische Stimmung, dunkle und insbesondere warme Farben lassen ihn eher klein und gemütlich wirken.
Und da sind wir auch schon beim nächsten Thema. Was sind warme und kalte Farben?
Die Bezeichnung entsteht durch die Wirkung auf den eigenen Körper und die Assoziation zur Umwelt. So werden Rot, Gelb und Orange als warme Farben bezeichnet, weil sie an die Sonne erinnern, Blau, Grün und Violett sind dagegen kalte Farben, denn sie assoziieren den Winter. Warme Farben wirken gemütlicher und lebendiger. Eine beruhigende ausgleichende Wirkung hingegen haben die kalten Farben.

Entscheidet man sich für einen farbigen Raum, sollte man jedoch darauf achten, dass es bei einer Kombination von Farbtönen nicht zu unruhig wirkt.
Optimal ergänzen sich Farbenpaare, das sind Farben, die sich auf dem Farbkreis gegenüber liegen. Diese Farbenpaare ergänzen sich, dementsprechend ist es empfehlenswert sowohl warme als auch kalte Farben zu wählen. So ist eine Kombination von Gelb- und Blautönen oder auch Orange- mit Grüntönen sehr schön, denn beide Farben kommen optimal zur Geltung.

Kräftige Farben schaden grossen Räum nicht im geringsten. Im Gegenteil: warme und intensive Farben lassen den Räum gemütlich nah wirken. Das Gefühl der Geborgenheit entsteht und man fühlt sich wohl. Dunkle Farben verkürzen somit den Raum, trotzdem entsteht der Eindruck von Großzügigkeit.

Erfrischend hell und weitläufig: so sollte doch ein Zimmer aussehen. Pech für den, der nur kleine Zimmer zu bieten hat. Doch mit hellen und kühlen Pastellfarben wirkt ein Raum belebend frisch und erscheint offen und grosszügig. Der Effekt kann noch durch seidenglänzende Farben verstärkt werden.
Eine optische Erhöhung kann durch einen Hell-Dunkel-Kontrast erzielt werden. Hierbei spielt die Deckenfarbe eine übergeordnete Rolle. Die Wände werden etwas dunkler als die Decke gestrichen, besonders edel sieht das Zimmer aus, wenn eine Wand in einem kräftigen warmen Ton gestrichen wird. Wählen Sie für die Decke helle beige, grau, oder noch besser einen weissen Ton aus und zaubern Sie einen geraden Übergang zur Wand, indem Sie die Kante zur Wand genau abkleben und sorgfältig streichen. Bordüren in Deckenfarbe oder Wandfries verstärken den Effekt der Höhe.
Auch hier spielt die Deckenfarbe eine grosse Rolle. Jedoch sollte Sie in sehr hohen Räumen dunkler gewählt sein, um eine optische Tiefe zu vermitteln. Die Decke und die obere Wandkante bis zu einem Überstand von 10 cm werden gestrichen. Jedoch kann die Farbwahl auch ein Tritt ins Fettnäpfchen sein, denn hier ist Vorsicht angesagt. Durch zu dunkle Farben besteht die Gefahr, dass man sich schnell erdrückt fühlt. Lassen Sie sich Zeit bei der Auswahl und falls Sie sich nicht entscheiden können, greifen Sie zunächst lieber zum helleren Ton.
Dachschrägen, sofern sie weit in den Raum ragen, sollten in Wandfarbe gestrichen werden. So wirkt der Raum höher und grösser. Befindet sich jedoch nur ein kleines Stück einer Dachschräge im Raum, ist die Wahl der Deckenfarbe die richtige. So fällt sie weniger auf und lässt die Decke dominieren.

* Ein harter Rotton wird durch die Verwendung von helleren und leichteren Rottönen im Kontrast gemildert und erscheint nicht mehr so dominant. Verwenden Sie dazu weisse Töne und goldene Accessoires.
* Rot und Grün in Kombination kann sehr erfrischend und interessant wirken. Setzt man beim Grünton auf eine dunkle Farbe, sollte man jedoch zu leichten Rotnuancen wie Lachsfarben, Altrose oder Ziegelrot greifen.

* Gelb hat eine stimulierende Wirkung, verwendet man seine Nachbarsfarben braun und Grün hinzu. Von einem gelben Hintergrund heben sich hübsche Accessoires wie Bilder toll ab.
* Harmonisch und gemütlich wirkt der Raum, wenn er Ton in Ton gehalten wird. Sind die Möbel kräftig gelb, so sollte jedoch die Wandfarbe heller akzentuiert sein.
* Braun wirkt mit Gelb und Gold sehr gemütlich.
* In einem gelb gehaltenen Raum sind violette oder kornblumenfarbige Akzente die absoluten Hingucker. Sie wirken edel und inspirierend. Übertreiben Sie es jedoch nicht mit knalligen Tönen. Das wirkt zu unruhig.
* Grün erinnert in Kombination mit Rot oder Gelb an eine frühlingshafte frische Blumenwiese. Klar, dass da Glücksgefühle aufkommen. Eine Farbe sollte aber immer dezenter als die andere sein, um eine Balance zu schaffen.

* Blau ist eine kalte und beruhigende Farbe. Sie muss immer mit hellen Farben, wie Weiss, Beige oder hellen Grautönen kombiniert werden, da sie sonst zu trist wirkt.
* Räume wirken angenehm frisch und kühl, sowie grosszügig.
* grau in Kombination mit Violett wirkt lebhaft und edel. Zudem erscheint der Raum nicht mehr trist, sondern warm.
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